Die Geschichte der Geierlay beschreibt den Weg von der ersten Idee bis zum Bau der Hängeseilbrücke. Erfahre, wie dieses außergewöhnliche Bauprojekt im Hunsrück Schritt für Schritt realisiert wurde.
Die Geschichte der Geierlay beschreibt den Weg von der ersten Idee bis zum Bau der Hängeseilbrücke. Erfahre, wie dieses außergewöhnliche Bauprojekt im Hunsrück Schritt für Schritt realisiert wurde.
Die Entstehung der Hängeseilbrücke Geierlay begann 2006 mit einem ersten Workshop zur Dorferneuerung. Aus einer zunächst verworfenen Idee entwickelte sich über mehrere Jahre ein konkretes Projekt, das durch ehrenamtliches Engagement, politische Beschlüsse und gesicherte Finanzierung schließlich realisiert werden konnte.
2006, im Rahmen eines bürgeröffentlichen Workshops zur Dorferneuerung und der Entwicklung der Ortsgemeinde wurde sie vorgestellt und zunächst als „nicht realisierbar“ verworfen.
2010 griffen die drei Mörsdorfer Ingo Börsch, Hans-Peter Platten und der jetzige Ortsbürgermeister Marcus Kirchhoff die Idee auf und trieben sie in einer ehrenamtlichen Projektgruppe engagiert voran. Im April 2010 wurde vom Gemeinderat der Grundsatzbeschluss zum Bau der Brücke gefasst und anschließend eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Diese kam zu dem Schluss: Die Brücke ist realisierbar.
Bis zum Baubeginn vergingen noch einige Jahre. Vor allem die Finanzierung musste gesichert sein. Dank Förderung durch das Land Rheinland-Pfalz und den Europäischen Fonds für die ländliche Entwicklung sowie durch Spenden der umliegenden Ortsgemeinden und der Verbandsgemeinde Kastellaun stand die Finanzierung Anfang 2014 und es konnte mit den konkreten Planungen begonnen werden.
Nach dem Bauantrag vom 23.12.2014, dem anschließenden Ausschreibungs- und Vergabeverfahren wurde am 26. Mai 2015 mit dem Bau begonnen. In einer Rekordzeit von knapp 6 Monaten wurde die Geierlay dann letztlich errichtet.
Bei Planung und Bau der Hängeseilbrücke Geierlay war eine Vielzahl an Unternehmen beteiligt. Prüfung der Machbarkeit, Naturschutzfachliche Gutachten, Landschaftsbildanalyse, statische Berechnungen, Bodengutachten und vieles mehr gingen dem eigentlichen Bau der Hängeseilbrücke voraus.
Die Brücke wurde als unversteifte Konstruktion nach dem Vorbild der nepalesischen Hängeseilbrücke ausgeführt. Die Planung der Konstruktion und die statischen Berechnungen übernahm der Schweizer Ingenieur Hans Pfaffen.
Der Laufsteg der Geierlay-Brücke besteht aus sägeroher Douglasie, die auf quer verlaufenden Hängerkonstruktionen im Abstand von 1,50 m verschraubt ist. Douglasienholz bietet eine hohe Widerstandsfähigkeit – vergleichbar mit Eichenholz – und ist besonders langlebig.
Ein konstruktiver Holzschutz wird durch eine distanzierte Montage der Planken erreicht, wodurch eine optimale Luftzirkulation entsteht, insbesondere an den Befestigungspunkten. Alle verwendeten Stahlteile sind gemäß EN 1461 feuerverzinkt und damit dauerhaft gegen Korrosion geschützt.
Der Querschnitt der Brücke ist funktional und sicher gestaltet:
Die Brücke wird an beiden Enden von Pylonen getragen, welche die Umlenkkräfte der Tragkabel aufnehmen und zusätzliche Querkräfte durch Wind oder dynamische Bewegungen abfangen. Die Verankerung erfolgt über jeweils zwei Schwerlastanker, die – abhängig vom Untergrund – bis zu 25 Meter tief in den Fels gebohrt und dort verpresst wurden.
Für die nötige Stabilität und Schwingungsdämpfung sorgen Windlastseile, die parabolisch zu den Lastseilen gespannt sind. An diesen sind Querseile befestigt, die eine sichere Aussteifung der gesamten Brückenkonstruktion gewährleisten.